Versuchsbeschreibung

Hydroxylaminhydrochlorid wird durch Kaliumhydroxid zersetzt. Es bildet sich Hydroxylamin, Chlorwasserstoff, Kaliumchlorid und Wasser. Durch die exotherme Reaktion wird das Hydroxylamin weiterzersetzt.

 

Verwendete Chemikalien

Chemikalie Symbole H- / EUH- / P-Sätze Menge

Hydroxylaminhydrochlorid, ClH4NO

Synonyme: Hydroxylammoniumchlorid
M: 69.49 g/mol

CAS-Nr.: 5470-11-1
EG-Nr.: 226-798-2
UN-Nr.: 2923

Karzinogenität-Kat.: 2
Sensibillisierend (allgemein): ja
WGK: 3

GHS08 – Gesundheitsgefahr

GHS07 – Ausrufezeichen

GHS09 – Umwelt

GHS05 – Ätzwirkung

Achtung

H302 + H312: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken oder Hautkontakt.

H351: Kann vermutlich Krebs erzeugen.

H315: Verursacht Hautreizungen.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.

H373: Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition.

H400: Sehr giftig für Wasserorganismen.

H290: Kann gegenüber Metallen korrosiv sein.

P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden.

P280: Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.

P302 + P352: BEI BERÜHRUNG MIT DER HAUT: Mit viel Wasser und Seife waschen.

P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

P308 + P313: BEI Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat einholen/ ärztliche Hilfe hinzuziehen.

20 g

Kaliumhydroxid Plätzchen, KOH

Synonyme: Ätzkali, Kalihydrat, Kaliumoxidhydrat
M: 56.11 g/mol

CAS-Nr.: 1310-58-3
EG-Nr.: 215-181-3
UN-Nr.: 1813

WGK: 1

GHS05 – Ätzwirkung

GHS07 – Ausrufezeichen

Gefahr

H290: Kann gegenüber Metallen korrosiv sein.

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

P280: Schutzhandschuhe / Schutzkleidung / Augenschutz / Gesichtsschutz tragen.

P301 + P330 + P331: BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

P308 + P310: BEI Exposition oder falls betroffen: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen.

20 g

 

Verwendete Geräte, Versuchsaufbau

250-ml-Becherglas, 2 × 50-ml-Becherglas, 2 × Spatel, Waage, Glasstab

 

Versuchsdurchführung

In den trockenen 50-ml-Bechergläsern werden jeweils 20 g Hydroxylaminhydrochlorid und 20 g Kaliumhydroxid eingewogen, in ein 250-ml-Becherglas überführt und innig miteinander vermengt. Das Gemisch sollte zu einem Kegel aufgehäuft werden. Nach kurzer Zeit setzt die stark exotherme Reaktion ein und weiße Nebel steigen auf.

Wegen der starken Nebelbildung darf das Experiment nur im Freien oder in einem Abzug durchgeführt werden. Nicht in der Nähe von Wohngebäuden durchführen! Auf Windrichtung achten!

 

Reaktionsgleichung

Die Zersetzung von Hydroxylaminhydrochlorid durch Kaliumhydroxid ist (noch) nicht hinreichend untersucht worden! Es sind daher mehrere Reaktionswege möglich.

Umsetzung von Hydroxylaminhydrochlorid bei Anwesenheit von Kaliumhydroxid, zu Hydroxylamin und Chlorwasserstoff:

Reaktionsgleichung Umsetzung von Hydroxylaminhydrochlorid bei Anwesenheit von Kaliumhydroxid, zu Hydroxylamin und Chlorwasserstoff.

 

Sollte das Kaliumhydroxid direkt bei der Reaktion beteiligt sein, wäre dies eine mögliche Gleichung. Es bildet sich Hydroxylamin, Kaliumchlorid und Wasser:

Reaktionsgleichung Ist das Kaliumchlorid direkt bei der Reaktion beteiligt, wäre eine Bildung von Hydroxylamin, Kaliumchlorid und Wasser möglich.

 

Durch die stark exotherme Reaktion ist eine Reaktion des gebildeten Hydroxylamins sehr wahrscheinlich. Es entstehen Ammoniak, Stickstoff und Wasser:

Reaktionsgleichung Bei der Zersetzung von Hydroxylamin entstehen Ammoniak, Stickstoff und Wasser.

 

Der in der ersten Reaktionsgleichung gebildete Chlorwasserstoff verbindet sich mit dem Ammoniak zu Ammoniumchlorid, welches zusammen mit Wasserdampf für den Nebel verantwortlich ist:

Reaktionsgleichung von Chlorwasserstoff und Ammoniak.

 

Quellenangaben

[1] H. W. Roesky, K. Möckel. Künstlicher Nebel. In: Chemische Kabinettstücke, VCH Verlagsgesellschaft mbH: Weinheim, 1994, 50–51.

 

Download

Künstlicher Nebel

 

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