Versuchsbeschreibung

Auf Kaliumpermanganat, das sich in einem Stahltiegel befindet, wird Glycerin gegeben. Es erfolgt nach kurzer Verzögerung eine heftige Reaktion.

 

Verwendete Chemikalien

Chemikalie Symbole H- / EUH- / P-Sätze

5 g Kaliumpermanganat, KMnO4

Permangansäure Kaliumsalz
M: 158.03 g/mol

CAS-Nr.: 7722-64-7
EG-Nr.: 231-760-3
UN-Nr.: 1490

WGK: 3

GHS03 – Flamme über einem Kreis

GHS05 – Ätzwirkung

GHS07 – Ausrufezeichen

GHS09 – Umwelt

Gefahr

H272: Kann Brand verstärken; Oxidationsmittel.

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

H410: Sehr giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung.

P221: Mischen mit brennbaren Stoffen, Schwermetallverbindungen, Säuren und Laugen unbedingt verhindern.

P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden.

P280: Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen.

P301+P330+P331: BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen.

P305+P351+P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

P308+P310: BEI Exposition oder falls betroffen: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen.

5 mL Glycerin, C3H8O3

1,2,3-Propantriol, Trihydroxylpropan, Protol
M: 92.10 g/mol

CAS-Nr.: 56-81-5
EG-Nr.: 200-289-5

WGK: 1

 

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Verwendete Geräte, Versuchsaufbau

Feuerfeste Unterlage, Stahltiegel (25 mL), 50-ml-Becherglas, Pipette, Glasstab, Abzug

 

Versuchsdurchführung

Der Stahltiegel wird mit 5 g Kaliumpermanganat beschickt und auf eine feuerfeste Unterlage unter dem Abzug gestellt. In das 50-ml-Becherglas werden 5 mL Glycerin eingefüllt, mit einer Pipette 10 Tropfen Wasser zugegeben und kurz durchgerührt. Das Glycerin wird nun auf das Kaliumpermanganat gegossen. Es erfolgt nach kurzer Zeit eine heftige Reaktion, bei der man die Flammenfärbung von Kalium beobachten kann.

 

Reaktionsgleichung

Im Idealfall:

3 C3H8O3 + 14 KMnO4 → 7 K2CO3↓ + 14 MnO2↓ + 2 CO2↑ + 12 H2O↑

 

Das Kaliumpermanganat oxidiert das Glycerin zu Kohlenstoffdioxid, Braunstein (MnO2), Kaliumcarbonat (K2CO3) und Wasser. Auch diverse andere Verbindungen können entstehen, wie grünes Kaliummanganat(VI) (K2MnO4) oder braunes Mangan(III)-oxid (Mn2O3). Es handelt sich um einen exothermen Vorgang (starke Wärmeentwicklung). Wenn die Zündtemperatur überschritten ist, kommt es zur Selbstentzündung.

 

Medien

Kaliumpermanganat wird in einer feuerfeste Schale gegeben.Nun wird Glycerin zugegeben.Nach kurzer Zeit entzündet sich die Mischung.Es zeigt sich die Flammenfärbung von Kalium.

 

 

Quellenangaben

[1]
F. Bukatsch, O. Krätz, G. Probeck und R. Schwankner. "Zeitzünder-Bombe", ausgelöst durch Glycerin. In: So interessant ist Chemie, 2. Auflage, Aulis-Verlag Deubner: Köln, 1997, 94.
[2]
F. R. Kreißl und O. Krätz. Lichtblitz – Mischung aus Kaliumpermanganat und Glycerin. In: Feuer und Flamme, Schall und Rauch, WILEY-VCH: Weinheim, 1999, 121.
[3]
H. W. Roesky und K. Möckel. Feuer ohne Streichholz. In: Chemische Kabinettstücke, VCH Verlagsgesellschaft mbH: Weinheim, 1994, 39–40.
[4]
A. Fr. Holleman, E. Wiberg und N. Wiberg. Mangan(II)-Verbindungen. In: Holleman–Wiberg: Lehrbuch der anorganischen Chemie, 101. Auflage, Walter de Gruyter: Berlin, 1995, 1488.

 

Download

Vulkan aus Kaliumpermanganat und Glycerin

 

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