Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat
- Details
- Veröffentlicht am Freitag, 21. Januar 2011 09:13
- Geschrieben von Manfred Seidl
Versuchsbeschreibung:
Aus Oxalylchlorid, 2,4,6-Trichlorphenol, Triethylamin und wasserfreiem Toluol wird Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat hergestellt.
Verwendete Chemikalien:
| Chemikalie | Symbole | EUH- / H- / P-Sätze | Menge |
|---|---|---|---|
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Oxalylchlorid, C2Cl2O2
Synonyme: Oxalsäuredichlorid
CAS-Nr.: 79-37-8 WGK: 1
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Gefahr |
EUH014: Reagiert heftig mit Wasser. EUH029: Entwickelt bei Berührung mit Wasser giftige Gase. H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. H331: Giftig bei Einatmen. H335: Kann die Atemwege reizen. P304 + P340: BEI EINATMEN: An die frische Luft bringen und in einer Position ruhigstellen, die das Atmen erleichtert. P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. P301 + P330 + P331: BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen. P309 + P310: BEI Exposition oder Unwohlsein: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen. |
1.1mL |
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2,4,6-Trichlorphenol, C6Cl3H3O M: 197.45 g/mol
CAS-Nr.: 88-06-2
Karzinogenität-Cat.: 2
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Achtung |
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H315: Verursacht Hautreizungen. H319: Verursacht schwere Augenreizung. H351: Kann vermutlich Krebs erzeugen. H410: Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung. P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden. P281: Vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung verwenden. P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. P501: Inhalt/Behälter Giftmüllentsorgung zuführen. |
4.94g |
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Triethylamin, C6H15N
Synonyme: N,N-Diethylethanamin
CAS-Nr.: 121-44-8 WGK: 1
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Gefahr |
H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar. H332: Gesundheitsschädlich bei Einatmen. H312: Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt. H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. H335: Kann die Atemwege reizen. P210: Von Hitze/Funken/offener Flamme/heißen Oberflächen fernhalten. Nicht rauchen. P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. P301 + P330 + P331: BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen. P302 + P352: BEI KONTAKT MIT DER HAUT: Mit viel Wasser und Seife waschen. P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. |
3.5mL |
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Toluol, C7H8
Synonyme: Methylbenzol, Toluen, Methylbenzen
CAS-Nr.: 108-88-3
Reproduktionstoxizität-Cat.: 2
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Gefahr |
H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar. H304: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. H361d: Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen. H373: Kann die Organe schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition. H315: Verursacht Hautreizungen. H336: Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen. P210: Von Hitze/Funken/offener Flamme/heißen Oberflächen fernhalten. Nicht rauchen. P301 + P310: BEI VERSCHLUCKEN: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen. P331: KEIN Erbrechen herbeiführen. P302 + P352: BEI KONTAKT MIT DER HAUT: Mit viel Wasser und Seife waschen. |
ca. 40mL |
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Petrolether Siedebereich 50-70 °C Synonyme: Petroleumbenzin
CAS-Nr.: 8032-32-4
Karzinogenität-Cat.: 1B |
Gefahr |
EUH066: Wiederholter Kontakt kann zu spröder oder rissiger Haut führen. H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar. H304: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein. H315: Verursacht Hautreizungen. H336: Kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen. H350: Kann Krebs erzeugen. H361f: Kann vermutlich die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. H373: Kann die Lunge schädigen bei längerer oder wiederholter Exposition bei Einatmen und Verschlucken. H411: Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. P210: Von Hitze/Funken/offener Flamme/heißen Oberflächen fernhalten. Nicht rauchen. P243: Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladungen treffen. P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden. P280: Schutzhandschuhe / Schutzkleidung tragen. P301 + P310: BEI VERSCHLUCKEN: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen. P331: KEIN Erbrechen herbeiführen. |
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Produkt:
| Chemikalie | Symbole | EUH- / H- / P-Sätze |
|---|---|---|
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Bis(2,4,6-trichlorphenyl)-oxalat, C14H4Cl6O4
Synonyme: 2,4,6-Trichlorphenyloxalat, TCPO, Oxalsäure-bis(2,4,6-trichlorphenyl)ester
CAS-Nr.: 1165-91-9 WGK: 3
|
Achtung |
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. H312: Gesundheitsschädlich bei Hautkontakt. H315: Verursacht Hautreizungen. H319: Verursacht schwere Augenreizung. H335: Kann die Atemwege reizen. P261: Einatmen von Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol vermeiden. P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. P301 + P312: BEI VERSCHLUCKEN: Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM oder Arzt anrufen. P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. |
Verwendete Geräte, Versuchsaufbau:
100mL Dreihalskolben, Stopfen, Thermometer (Schliff), Rückflusskühler, Trockenrohr, Kühlbad, Magnetrührer, Pipette, Vorrichtung zur Saugfiltration, Glasgeräte für Vakuumdestillation
Reaktionsgleichung:

Durch dieses Edukt entsteht bei der Veresterung aus dem Ester nicht Wasser, sondern Chlorwasserstoff, der im günstigen Fall entweicht, so dass sich nach dem Satz von Le Chatelier das Gleichgewicht nun in die gewünschte Richtung verschiebt.
Um sicherzugehen, dass der Chlorwasserstoff auch wirklich aus dem Gleichgewicht entfernt wird, setzt man einen Säurefänger in Form eines tertiären aliphatischen Amins, nämlich Triethylamin, ein. Dieses fängt den entstehenden Chlorwasserstoff sofort ab unter Bildung von Triethylamin-Hydrochlorid.

Versuchsdurchführung:
Man bestückt den Dreihalskolben mit einem Rührfisch, Thermometer und Rückflusskühler mit Trockenrohr. Der zweite Seitenhals wird mit einem Stopfen verschlossen.
Dann werden im Kolben 4.94g (0.025 mol) 2,4,6-Trichlorphenol vorgelegt und unter Rühren in genügend wasserfreiem Toluol gelöst. Man benötigt ungefähr 40mL.
Anschließend kühlt man die Lösung auf unter 10 °C ab und gibt vorsichtig 3.5mL (0.025 mol) Triethylamin hinzu.
Wenn das gesamte Triethylamin zugegeben ist, lässt man weiter abkühlen, und zwar auf unter 5 °C (aber über 0 °C). Jetzt kann das Oxalylchlorid zugefügt werden. Dies sollte in Portionen zu 0.1-0.2mL geschehen, da die Temperatur besonders nach den ersten Portionen sehr rasch ansteigt. Insgesamt werden 1.1mL (0.0125 mol) Oxalylchlorid benötigt. Nachdem ungefähr die Hälfte des Oxalylchlorids zugesetzt wurde, beginnt das Produkt schon, auszufallen.
Nach der Oxalylchloridzugabe lässt man den Ansatz für mehrere Stunden, am besten über Nacht, stehen. Danach wird das Lösungsmittel unter Vakuum abdestilliert. Zurück bleibt ein gelblicher Rückstand. Dieser wird so lange mit Petrolether digeriert, bis er weiß ist. Das dauert ca. 20 min. Der jetzt weiße Rückstand wird abgenutscht, mit reichlich Wasser, um Triethylamin-Hydrochlorid zu lösen, und danach mit Petrolether (Siedebereich = 50 - 70 °C) gewaschen.
Das Produkt wurde ebenfalls aus Petrolether (Siedebereich = 50-70 °C) umkristallisiert. Man kann auch Toluol verwenden.
Quelle der Herstellungsvorschrift, Reaktionsgleichungen: Christopher Lebeau, »
Chemolumineszenz der Oxalsäureester unter besonderer Berücksichtigung substituierter kondensierter benzoider Aromaten und ihre Wirkung als Luminophore«, 2006
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