Cyanotypie (Blaupauspapier)
- Details
- Veröffentlicht am Freitag, 10. Juni 2011 00:00
- Geschrieben von Manfred Seidl
Versuchsbeschreibung:
Filterpapierstücke werden in eine Lösung aus Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat gelegt, getrocknet und anschließend belichtet.
Verwendete Chemikalien:
| Chemikalie | Symbole | EUH- / H- / P-Sätze | Menge |
|---|---|---|---|
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Kaliumhexacyanoferrat(III), K3[Fe(CN)6]
Synonyme: Blutlaugensalz rot, Ferricyankalium, Kaliumcyanoferrat(III), Kaliumeisen(III)-cyanid
CAS-Nr.: 13746-66-2 WGK: 2 |
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- |
2g |
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Ammoniumeisen(III)-citrat grün, C6H8O7 * x Fe3+ y NH3 Synonyme: Citronensäure Ammoniumeisen(III)-salz, Eisen(III)-ammoniumcitrat, Ferriammoniumcitrat
CAS-Nr.: 1185-57-5 WGK: 3 |
Achtung |
H315: Verursacht Hautreizungen. H319: Verursacht schwere Augenreizung. H335: Kann die Atemwege reizen. P261: Einatmen von Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol vermeiden. P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. |
3.13g |
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Wasserstoffperoxid 30%, H2O2
Synonyme: Perhydrol, Wasserstoffsuperoxid
CAS-Nr.: 7722-84-1 WGK: 1 |
Gefahr |
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. H318: Verursacht schwere Augenschäden. P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. |
1mL |
Verwendete Geräte, Versuchsaufbau:
Zwei 100mL Bechergläser, zwei Glasstäbe, Filterpapier (d= 6-8cm), zwei Glasschalen flach oder zwei Porzellanschalen flach, Pipette, abgedunkelter Raum, Schablone (z.B. durchsichtiges Lineal aus Kunststoff mit schwarzer Skala), Föhn, Sonnenlicht oder UV-Lampe
Reaktionsgleichung:
Bei Bestrahlung mit Licht:

Kaliumhexacyanoferrat(III) reagiert mit Eisen(II)-ionen zu Berliner Blau:

Erklärung:
Durch Lichteinwirkung reagiert das Citrat-Anion mit vorhanden Eisen(III)-ionen zu einem Anion der β-Keto-Glutarsäure, Eisen(II)-ionen und Kohlendioxid.
Die Eisen(II)-ionen bilden mit Kaliumhexacyanoferrat(III) Berliner Blau. Das Berliner Blau wird nur an belichteten gebildet. Unbelichtete Bereiche bleiben farblos.
Man erhält ein weiß-blaues Negativ.
Dieses Verfahren wurde 1842 von Sir John Herschel (1792-1871) entdeckt. John Herschel war Naturwissenschaftler und Astronom. Sein Vater war der berühmte Astronom Sir Wilhelm Herschel.
Versuchsdurchführung:
Wasserstoffperoxid 0.3%:
In einer Schale werden 99mL dest. Wasser vorgelegt und 1mL Wasserstoffperoxid 30% zugegeben.
In einem 100mL Becherglas werden 10mL dest. Wasser vorgelegt und darin 2g Kaliumhexacyanoferrat(III) gelöst.
3.13g Ammoniumeisen(III)-citrat werden ebenfalls in einem 100mL Becherglas in 10mL dest. Wasser aufgelöst.
Die beiden Lösungen werden nun in einem abgedunkelten Raum in einer Schale vereinigt und darin Filterpapier für 1-2 Minuten eingelegt.
Das Filterpapier wird entnommen und in einem dunklen Raum an der Luft oder mit einem Föhn getrocknet.
Das fertige Fotopapier wird nun mit einer Schablone belegt und für 20-30 Minuten mit Sonnenlicht oder einer UV-Lampe belichtet.
Nach beendeter Belichtung wird das Fotopapier vorsichtig mit fließendem Wasser gewaschen, bis das ablaufende Wasser keine Blaufärbung mehr aufweist.
Das gewaschene Fotopapier wird nun in das vorbereitete Wasserstoffperoxid 0,3% gegeben und verbleibt dort für 20 Sekunden.
Nun wird nochmals mit fließendem Wasser ca. eine Minute gewaschen und die fertige Cyanotypie kann an der Luft getrocknet werden.
Auf der Internetseite www.cyanotypie.org können Sie sich Bilder ansehen, die mit dieser Methode erzeugt wurden.
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