Das pulsierende Sektglas
- Details
- Veröffentlicht am Freitag, 25. Februar 2011 12:22
- Geschrieben von Manfred Seidl
Versuchsbeschreibung:
Dies ist eine oszillierende Reaktion. Hier ändert sich nicht die Farbe, sondern die Intensität der Gasentwicklung.
Verwendete Chemikalien:
| Chemikalie | Symbole | EUH- / H- / P-Sätze | Menge |
|---|---|---|---|
|
Wasserstoffperoxid 30%, H2O2
Synonyme: Perhydrol, Wasserstoffsuperoxid
CAS-Nr.: 7722-84-1 WGK: 1 |
Gefahr |
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. H318: Verursacht schwere Augenschäden. P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen. P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. |
10mL |
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Salzsäure 37%, HCl
Synonyme: Salzsäure rauchend
CAS-Nr.: 7647-01-0 WGK: 1 |
Gefahr |
H290: Kann gegenüber Metallen korrosiv sein. H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden. H335: Kann die Atemwege reizen. P280: Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen. P301 + P330 + P331: BEI VERSCHLUCKEN: Mund ausspülen. KEIN Erbrechen herbeiführen. P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen. |
50mL |
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Kupfer(II)-chlorid Dihydrat, CuCl2 * 2 H2O
Synonyme: Kupferdichlorid Dihydrat
CAS-Nr.: 10125-13-0 WGK: 2 |
Achtung |
H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. H315: Verursacht Hautreizungen. H319: Verursacht schwere Augenreizung. H335: Kann die Atemwege reizen. H400: Sehr giftig für Wasserorganismen. P261: Einatmen von Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol vermeiden. P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden. P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. |
10g |
Verwendete Geräte, Versuchsaufbau:
Sektglas, 100mL Becherglas
Reaktionsgleichung:
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Erklärung:
Dies ist eine Disproportionierungsreaktion. Die Sauerstoffatome im Wasserstoffperoxid haben eine Oxidationszahl von -1. Das Sauerstoffatom des Wassers hat eine Oxidationszahl von -2 und die Oxidationszahl der Sauerstoffatome im Molekül beträgt 0.
Wasserstoffperoxid lässt sich sehr leicht zersetzen, dies geschieht schon bei Zimmertemperatur. Durch Zugabe von Katalysatoren (Kupfer(II)-chlorid, Katalase, Peroxidase u. a.) kann dieser Zersetzungsvorgang wesentlich beschleunigt werden, wobei Energie freigesetzt wird (Erwärmung).
Disproportionierung: Aus einer Oxidationszahl eines Elementes werden zwei.
Bei diesem Experiment bleibt der entstehende Sauerstoff in der Flüssigkeit gelöst. Ist die Lösung mit Sauerstoff übersättigt, dann schäumt die Lösung plötzlich auf und es werden größere Mengen Sauerstoff frei. Dabei wird mehr Sauerstoff freigesetzt, als durch den katalytischen Prozess gebildet werden kann. Die Sättigungsgrenze von Sauerstoff wird unterschritten. Erst wenn wieder eine Übersättigung erreicht ist, kommt es wieder zu einer Gasfreisetzung.
Versuchsdurchführung:
Das Sektglas wird vor der Durchführung mit etwas Aceton ausgespült um evtl. Fettrückstände zu entfernen. Rückstände von Aceton verdampfen lassen!
In einem 100mL Becherglas werden 10mL Wasser, 50mL konz. Salzsäure vorgelegt und darin 10g Kupfer(II)-chlorid Dihydrat gelöst.
Das Sektglas wird mit 10mL dieser Kupfer(II)-chlorid-Lösung und 10mL Wasserstoffperoxid 30% gefüllt. Nun muss einige Zeit (ca. 3 - 6 Minuten) gewartet werden, bis die Reaktion ihr Maximum erreicht.
So sieht es aus:
Video:
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