Login

   

Chemischer Bolero - Wasserstoffperoxid und Weinsäure

Details

Versuchsbeschreibung:

Bei diesem Versuch wird Wasserstoffperoxid und Weinsäure bei Anwesenheit von Cobalt(II)-chlorid umgesetzt. Die fortschreitende Reaktion kann an der Gasbildung und Verfärbung der Lösung beobachtet werden.

 

Verwendete Chemikalien:

Chemikalie Symbole EUH- / H- / P-Sätze Menge

Wasserstoffperoxid 30%, H2O2

Synonyme: Perhydrol, Wasserstoffsuperoxid
M: 34.01 g/mol

CAS-Nr.: 7722-84-1
EG-Nr.: 231-765-0

WGK: 1

GHS 05 - Ätzwirkung

GHS 07 - Ausrufezeichen

Gefahr

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H318: Verursacht schwere Augenschäden.

P280: Schutzhandschuhe/ Schutzkleidung/ Augenschutz/ Gesichtsschutz tragen.

P305 + P351 + P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.

12mL

L(+)-Weinsäure, C4H6O6

Synonyme: L(+)-2,3-Dihydroxybernsteinsäure
M: 150.08 g/mol

CAS-Nr.: 87-69-4
EG-Nr.: 201-766-0

WGK: 1

Strukturformel Weinsäure

GHS 07 - Ausrufezeichen

Achtung

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

P305 + P351 + P338: BEI BERÜHRUNG MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

9g

Cobalt(II)-chlorid Hexahydrat, CoCl2 * 6 H2O

Synonyme: Kobalt(II)-chlorid Hexahydrat
M: 237.93 g/mol

CAS-Nr.: 7791-13-1
EG-Nr.: 231-589-4

Karzinogenität-Cat.: 1B
Keimzell-Mutagenität-Cat.: 2
Reproduktionstoxizität-Cat.: 1B
Sensibilisierend (allgemein): ja
WGK: 2

GHS 08 - Gesundheitsgefahr

GHS 07 - Ausrufezeichen

GHS 09 - Umwelt

Gefahr

H350i: Kann bei Einatmen Krebs erzeugen.

H341: Kann vermutlich genetische Defekte verursachen.

H360F: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H334: Kann bei Einatmen Allergie, asthmaartige Symptome oder Atembeschwerden verursachen.

H317: Kann allergische Hautreaktionen verursachen.

H410: Sehr giftig für Wasserorganismen mit langfristiger Wirkung.

P201: Vor Gebrauch besondere Anweisungen einholen.

P281: Vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung verwenden.

P273: Freisetzung in die Umwelt vermeiden.

P308 + P313: BEI Exposition oder falls betroffen: Ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

P304 + P341: BEI EINATMEN: Bei Atembeschwerden an die frische Luft bringen und in einer Position ruhigstellen, die das Atmen erleichtert.

1.07g

 

Verwendete Geräte, Versuchsaufbau:

250mL Becherglas, 2 100mL Bechergläser, 600mL Becherglas, Magnetrührer mit Heizfunktion, Rührfisch, 10mL Messzylinder, 100mL Messzylinder, Thermometer

 

Reaktionsgleichung:

Reaktionsgleichung chemischer Bolero

 

Erklärung:

Wasserstoffperoxid und Weinsäure reagieren unter normalen Umständen äußerst langsam miteinander.

Die Cobaltionen (Co2+) bewirken eine starke Beschleunigung der Reaktion, sie sind also ein Katalysator.

Als aktive Zwischenverbindung bildet sich ein Cobalt/Weinsäure/Wasserstoffperoxid-Komplex. Die Reaktanden sind in diesem Komplex sterisch so ausgerichtet, dass das Weinsäuremolekül, welches eine Brücke zwischen den Co2+-Ionen bildet, oxidativ gespaltet werden kann.

Durch die Geometrie ihres aktiven Zentrums wirken Enzyme ähnlich.

Die Co2+-Ionen werden dabei wieder zurückgebildet. Am Ende der Reaktion ist die Lösung wieder rot.

 

Versuchsdurchführung:

Lösung A:
In einem 250mL Becherglas werden 9g Weinsäure in 150mL dest. Wasser gelöst und anschließend auf 200mL aufgefüllt.

Lösung B:
In einem 100mL Becherglas werden 53mL dest. Wasser vorgelegt und 12mL Wasserstoffperoxid 30 % zugegeben.

Lösung C:
In einem 250mL Becherglas werden 1.07g Cobalt(II)-chlorid Hexahydrat in 15mL dest. Wasser gelöst.

 

Ein 600mL Becherglas wird mit einem Magnetrührfisch bestückt und auf einen Magnetrührer mit Heizfunktion gestellt.

Nun werden die Lösungen A und B in das Becherglas gegeben, der Magnetrührer eingeschaltet. Die Lösung muss nun auf eine Temperatur von 40-50 °C gebracht werden.

Ist diese Temperatur erreicht, gibt man Lösung C hinzu.

Nach kurzer Zeit setzt die Reaktion ein, was an den entstehenden Gasblasen und der Farbänderung sehr schön zu beobachten ist.

 

Download

   
© Chem-Page.de