Einleitung

Wasserstoffperoxid wird von Kaliumiodid katalytisch zu Wasser und Sauerstoff zersetzt.

 

Verwendete Chemikalien

Chemikalie

GHS05 – Ätzwirkung

GHS07 – Ausrufezeichen

Gefahr

400 mL Wasserstoffperoxid 30 %, H2O2 – 34.01 g/mol

Hydrogenperoxid (IUPAC), Perhydrol

CAS-Nr.: 7722-84-1 – EG-Nr.: 231-765-0

Ox. Liq. 1, Acute Tox. 4 (oral, inhalativ), Skin Corr. 1A, Eye Dam. 1, STOT SE 3 (Atmungssystem), Aquatic Chronic 3, WGK 1

H302 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. H318 Verursacht schwere Augenschäden. H412 Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. P264 Nach Gebrauch exponierte Haut gründlich waschen. P270 Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen. P273 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. P280 Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen. P305 + P351 + P338 + P310 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen. P501 Inhalt/Behälter einer anerkannten Abfallentsorgungsanlage zuführen.

Sigma-Aldrich, 216763, SDB vom 21.08.2019

GHS08 – Gesundheitsgefahr

Gefahr

0.35 g Kaliumiodid, KI – 166.00 g/mol

Iodkalium, Kaliumjodid

CAS-Nr.: 7681-11-0 – EG-Nr.: 231-659-4

STOT RE 1 (Schilddrüse), WGK 1

H372 Schädigt die Organe (Schilddrüse) bei längerer oder wiederholter Exposition durch Verschlucken. P314 Bei Unwohlsein ärztlichen Rat einholen/ärztliche Hilfe hinzuziehen.

Sigma-Aldrich, 746428, SDB vom 13.10.2019

 

0.1 g Methylrot Natriumsalz, C15H14N3NaO2 – 291.28 g/mol

Natrium-2-{(E)-[4-(dimethylamino)phenyl]diazenyl}benzoat (IUPAC), 4-(Dimethylamino)azobenzol-1-2′-carbonsäure-Natriumsalz, 2-[(4-Dimethylamino)phenylazo]benzoesäure-Natriumsalz, Acid Red 2

CAS-Nr.: 845-10-3 – EG-Nr.: 212-682-9

WGK 3

Sigma-Aldrich, M8256, SDB vom 17.04.2019

 

0.1 g Eosin B, C20H6Br2N2Na2O9 – 624.06 g/mol

Dinatrium-2-(4,5-dibrom-2,7-dinitro-6-oxido-3-oxo-3H-xanthen-9-yl)benzoat (IUPAC), Dibromodinitrofluorescein Natrium

CAS-Nr.: 548-24-3 – EG-Nr.: 208-943-1

WGK 2

Merck, 115934, SDB vom 21.08.2018

 

2–5 Tropfen Spümittel

Gefahreninformationen auf dem jeweiligen Etikett beachten!

 

Verwendete Geräte, Versuchsaufbau

500-ml-Milchshakglas, mehrere Spatel, 10-ml- und 500-ml-Messzylinder, 500-ml-Glasgewindeflasche, Waage, evtl. Unterlage (Teller, Glasschale etc.)

 

Versuchsdurchführung

In eine 500-ml-Glasgewindeflasche werden, mit einem 500-ml-Messzylinder, 400 mL Wasserstoffperoxid 30 % eingefüllt. Zu dem Wasserstoffperoxid 30 % werden noch 0.1 g Methylrot Natriumsalz und 0.1 g Eosin B gegeben und kräftig geschüttelt. 6 mL dieser Wasserstoffperoxid-Lösung werden nun in das Milchshakeglas gegeben und mit 3–5 Tropfen Spülmittel versetzt und kurz kräftig geschwenkt. Nun werden 0.35g Kaliumiodid zugegeben. Vorsicht: Kann überschäumen! Die hergestellte Wasserstoffperoxidlösung kann im Kühlschrank für längere Zeit aufbewahrt werden.

 

Reaktionsgleichung

Abb. 1 – Wasserstoffperoxid wird durch Kaliumiodid, zu Wasser und Sauerstoff, zersetzt.
Abb. 1 – Wasserstoffperoxid wird durch Kaliumiodid, zu Wasser und Sauerstoff, zersetzt.

 

Wasserstoffperoxid lässt sich sehr leicht zersetzen. Dies geschieht schon bei Zimmertemperatur. Durch Zugabe von Katalysatoren (Kaliumiodid, Katalase, Peroxidase u. a.) kann dieser Zersetzungsvorgang wesentlich beschleunigt werden, wobei Energie freigesetzt wird (Erwärmung). Bei der Zersetzung entstehen Wasser und Sauerstoff.

Abb. 2 – katalytische Zersetzung von Wassersoffperoxid.
Abb. 2 – katalytische Zersetzung von Wassersoffperoxid.

Bei diesem Experiment läuft eine Redoxreaktion ab, da Oxidation und Reduktion stattfinden.

Abb. 3 – Disproportionierung von Sauerstoff.
Abb. 3 – Disproportionierung von Sauerstoff.

Der Sauerstoff im Wasserstoffperoxid wird sowohl reduziert als auch oxidiert. Er tritt also als Oxidationsmittel und als Reduktionsmittel auf. Er besitzt somit eine mittlere Oxidationsstufe und liegt nach der Reaktion in einer höheren (O2) und einer niedrigeren Oxidationsstufe beim Wasser (H2O) vor.

Abb. 4 – Redoxgleichung Sauerstoff.
Abb. 4 – Redoxgleichung Sauerstoff.

Eine solche Reaktion bezeichnet man als Disproportionierungsreaktion. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Redoxreaktion.

 

Medien

Abb. 5 – das eingefärbte Wasserstoffperoxid ist mit Spülmittel versetzt.Abb. 6 – kurz nach der Zugabe von Kaliumiodid.Abb. 7 – nach ca. 10 Sekunden.Abb. 8 – Reaktionsende nach ca. 20 Sekunden.

 

 

Quellenangaben

[1]
S. Sommer. Elefantenzahnpasta. netexperimente.de. http://netexperimente.de/chemie/9.html [23.01.2017]

 

Download

Chemischer Milchshake

 

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