Versuchsbeschreibung

In eine mit dest. Wasser befüllte Colaflasche werden nacheinander die Stärke-, Iodsäure- und die Natriumhydrogensulfit-Lösung gegeben. Die Flasche wird verschlossen und ca. 5–10 Sekunden kräftig geschüttelt und auf den Tisch gestellt.

 

Verwendete Chemikalien

Chemikalie Symbole H- / EUH- / P-Sätze

2.50 g Iodsäure, HIO3

Iod(V)-säure
M: 175.91 g/mol

CAS-Nr.: 7782-68-5
EG-Nr.: 231-962-1
UN-Nr.: 3085

WGK: 3

GHS03 – Flamme über einem Kreis

GHS05 – Ätzwirkung

Gefahr

H272: Kann Brand verstärken; Oxidationsmittel.

H314: Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden.

P220: Von Kleidung und anderen brennbaren Materialien fernhalten.

P280: Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen.

P305+P351+P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

P310: Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen.

0.85 g Natriumhydrogensulfit, NaHSO3

Natriumbisulfit
M: 104.06 g/mol

CAS-Nr.: 7631-90-5
EG-Nr.: 231-548-0

WGK: 1

GHS07 – Ausrufezeichen

Achtung

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

EUH031: Entwickelt bei Berührung mit Säure giftige Gase.

P264: Nach Gebrauch Hände gründlich waschen.

P270: Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen.

P301+P312: BEI VERSCHLUCKEN: Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen.

P501: Inhalt/Behälter einer anerkannten Abfallentsorgungsanlage zuführen.

0.50 g Stärke löslich, (C6H10O5)n

CAS-Nr.: 9005-84-9
EG-Nr.: 232-679-6

WGK: 1

 

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Verwendete Geräte, Versuchsaufbau

Magnetrührer mit Heizung, Magnetfisch, 3 × 100-ml-Becherglas, 3 × 100-ml-Messzylinder, 1000-ml-Colaflasche

 

Versuchsdurchführung

In einem 100-ml-Becherglas werden 2.50 g Iodsäure in 50 mL dest. Wasser gelöst. In einem weiteren 100-ml-Becherglas werden
0.85 g Natriumhydrogensulfit in 50 mL dest. Wasser gelöst. Im Dritten 100-ml-Becherglas werden 0.50 g Stärke in 50 mL dest. Wasser unter Siedehitze gelöst. In eine 1000-ml-Colaflasche werden 950 mL dest. Wasser, 10 mL Stärke- und 20 mL Iodsäurelösung vorgelegt. Jetzt einmal gut durchmischen! Nun wird 20 mL der Natriumhydrogensulfit-Lösung zugegeben, die Flasche verschlossen, ca. 5–10 Sekunden kräftig geschüttelt und auf den Tisch gestellt. Die »Cola«-Farbe wird durch den gebildeten Iod-Stärke-Komplex hervorgerufen.

 

Reaktionsgleichung

Stufe 1 (langsam)

9 H2O + 3 HSO3 → 3 HSO4 + 6 H3O+ + 6 e

IO3 + 6 H3O+ + 6 e → I − + 9 H2O

 

Gesamt: 3 HSO3 + IO3 → 3 HSO4 + I −

 

Stufe 2 (schnell)

10 I − → 5 I2 + 10 e

2 IO3 + 12 H3O+ + 10 e → I − + 18 H2O

 

Gesamt: 10 I − + IO3 + 6 H3O+ → 3 I2 + 9 H2O

 

Noch vorhandenes Sulfit reduziert Iod sofort wieder zu Iodid. Erst wenn alles Sulfit verbraucht ist, wird elementares Iod gebildet.

HSO3 + I2 + 3 H2O → HSO4 + 2 I − + 2 H3O+

 

Bei dieser Reaktion handelt es sich um die landoltsche Zeitreaktion! Aus Iodsäure (Oxidationsmittel) und Natriumhydrogensulfit (Reduktionsmittel) wird schlagartig Iod freigesetzt. Dabei wird die Iodsäure zu Iod reduziert. Das Natriumhydrogensulfit wird zu Natriumhydrogensulfat oxidiert. Da Oxidation und Reduktion ablaufen, handelt es sich um eine Redoxreaktion! Erst wenn der Anteil an Hydrogensulfit-Ionen vollständig zu Hydrogensulfat abreagiert hat, kann die Komproportionierung von Iodat und Iodid zu Iod stattfinden. Diese schnelle Reaktion führt zur Verfärbung der Lösung. Iod bildet mit der Stärke den sogenannten Iod-Stärke-Komplex. Dieser ist für die Blauviolettfärbung verantwortlich, die im Experiment Colafarben (schwarz) erscheint.

 

Medien

Iodsäurelösung und Stärke sind in der Flasche vorgelegt. Natriumsulfit- bzw. Natriumhydrogensulfitlösung zugeben.Flasche verschließen und kräftig schütteln.Der Farbumschlag erfolgt von oben nach unten.Die fertige Cola.

 

 

Quellenangaben

[1]
F. R. Kreißl und O. Krätz. Landoltsche Zeitreaktion. In: Feuer und Flamme, Schall und Rauch, WILEY-VCH: Weinheim, 1999, 195–197.
[2]
F. R. Kreißl und O. Krätz. Bierbrauen wider das Bayerische Reinheitsgebot. In: Feuer und Flamme, Schall und Rauch, WILEY-VCH: Weinheim, 1999, 200–203.
[3]
H. W. Roesky und K. Möckel. Herstellung einer "Coca-Cola"-artigen Lösung. In: Chemische Kabinettstücke, VCH Verlagsgesellschaft mbH: Weinheim, 1994, 251–252.

 

Download

Cola-Experiment (Variante 2)

 

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