Einleitung

Filterpapierstücke werden in eine Lösung aus Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat gelegt, getrocknet und anschließend belichtet.

 

Verwendete Chemikalien

Chemikalie

GHS09 – Umwelt

2 g Kaliumhexacyanoferrat(III), K3[Fe(CN)6] – 329.25 g/mol

Blutlaugensalz rot, Ferricyankalium, Kaliumcyanoferrat(III), Kaliumeisen(III)-cyanid

CAS-Nr.: 13746-66-2 – EG-Nr.: 237-323-3

Aquatic Chronic 2, WGK 2

H411 Giftig für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. P273 Freisetzung in die Umwelt vermeiden.

Merck, 104973, SDB vom 16.01.2019

 

3.13 g Ammoniumeisen(III)-citrat (grün), C6H8O7 · x Fe3+ · y NH3

Eisen(III)-2-hydroxy-1,2,3-propantricarboxylatammoniat (IUPAC), Citronensäure Ammoniumeisen(III)-salz, Eisen(III)-ammoniumcitrat, Ferriammoniumcitrat

CAS-Nr.: 1185-57-5 – EG-Nr.: 214-686-6

WGK 3

Sigma-Aldrich, F5879, SDB vom 29.01.2019

GHS05 – Ätzwirkung

GHS07 – Ausrufezeichen

Gefahr

1 mL Wasserstoffperoxid 30 %, H2O2 – 34.01 g/mol

Hydrogenperoxid (IUPAC), Perhydrol

CAS-Nr.: 7722-84-1 – EG-Nr.: 231-765-0

Ox. Liq. 1, Acute Tox. 4 (oral, inhalativ), Skin Corr. 1A, Eye Dam. 1, STOT SE 3 (Atmungssystem), Aquatic Chronic 3, WGK 1

H302 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken. H318 Verursacht schwere Augenschäden. H412 Schädlich für Wasserorganismen, mit langfristiger Wirkung. P264 Nach Gebrauch exponierte Haut gründlich waschen. P270 Bei Gebrauch nicht essen, trinken oder rauchen. P273 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. P280 Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen. P305 + P351 + P338 + P310 BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen. P501 Inhalt/Behälter einer anerkannten Abfallentsorgungsanlage zuführen.

Sigma-Aldrich, 216763, SDB vom 21.08.2019

 

Verwendete Geräte, Versuchsaufbau

2 × 100-ml-Becherglas, 2 × Glasstab, Filterpapier (d = 6–8 cm), 2 × Glasschale flach oder Porzellanschale flach, Pipette, abgedunkelter Raum, Schablone (z. B. durchsichtiges Lineal aus Kunststoff mit schwarzer Skala), Föhn, Sonnenlicht oder UV-Lampe

 

Versuchsdurchführung

Wasserstoffperoxid 0.3 %: In einer Schale werden 99 mL dest. Wasser vorgelegt und 1 mL Wasserstoffperoxid 30 % zugegeben.

In einem 100-ml-Becherglas werden 10 mL dest. Wasser vorgelegt und darin 2 g Kaliumhexacyanoferrat(III) gelöst. 3.13 g Ammoniumeisen(III)-citrat werden ebenfalls in einem 100-ml-Becherglas in 10 mL dest. Wasser aufgelöst. Die beiden Lösungen werden nun in einem abgedunkelten Raum in einer Schale vereinigt und darin Filterpapier für 1–2 Minuten eingelegt. Das Filterpapier wird entnommen und in einem dunklen Raum an der Luft oder mit einem Föhn getrocknet. Das fertige Fotopapier wird nun mit einer Schablone belegt und für 20–30 Minuten mit Sonnenlicht oder einer UV-Lampe belichtet. Nach beendeter Belichtung wird das Fotopapier vorsichtig mit fließendem Wasser gewaschen, bis das ablaufende Wasser keine Blaufärbung mehr aufweist. Das gewaschene Fotopapier wird nun in das vorbereitete Wasserstoffperoxid 0.3 % gegeben und verbleibt dort für 20 Sekunden. Nun wird nochmals mit fließendem Wasser ca. eine Minute gewaschen und die fertige Cyanotypie kann an der Luft getrocknet werden.

 

Auf der Internetseite https://www.steyer-cyanotypie.de/cyanotypien/cyanotypie-galerie-i/ können Sie sich Bilder ansehen, die mit dieser Methode erzeugt wurden.

 

Reaktionsgleichung

Abb. 1 – bei Lichteinwirkung erfolgt eine Reaktion zwischen dem Citratanion und Eisen(III)-ionen.
Abb. 1 – bei Lichteinwirkung erfolgt eine Reaktion zwischen dem Citratanion und Eisen(III)-ionen.
Abb. 2 – Kaliumhexacyanoferrat(III) reagiert mit Eisen(II)-ionen zu Berliner Blau.
Abb. 2 – Kaliumhexacyanoferrat(III) reagiert mit Eisen(II)-ionen zu Berliner Blau.

 

Durch Lichteinwirkung reagiert das Citrat-Anion mit vorhanden Eisen(III)-ionen zu einem Anion der β-Keto-Glutarsäure, Eisen(II)-ionen und Kohlendioxid. Die Eisen(II)-ionen bilden mit Kaliumhexacyanoferrat(III) Berliner Blau. Das Berliner Blau wird nur an belichteten Stellen gebildet. Unbelichtete Bereiche bleiben farblos. Man erhält ein weiß-blaues Negativ. Dieses Verfahren wurde 1842 von Sir John Herschel (1792–1871) entdeckt. John Herschel war Naturwissenschaftler und Astronom. Sein Vater war der berühmte Astronom Sir Wilhelm Herschel.

 

Quellenangaben

[1]
F. Bukatsch, O. Krätz, G. Probeck und R. Schwankner. Blaupauspapier (nach Römpp). In: So interessant ist Chemie, 2. Auflage, Aulis-Verlag Deubner: Köln, 1997, 62.
[2]
H. W. Roesky und K. Möckel. Blaupause. In: Chemische Kabinettstücke, VCH Verlagsgesellschaft mbH: Weinheim, 1994, 187–188.

 

Download

Cyanotypie (Blaupauspapier)

 

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