Versuchsbeschreibung

Filterpapierstücke werden in eine Lösung aus Kaliumhexacyanoferrat(III) und Ammoniumeisen(III)-citrat gelegt, getrocknet und anschließend belichtet.

 

Verwendete Chemikalien

ChemikalieSymboleH- / EUH- / P-Sätze

2 g Kaliumhexacyanoferrat(III), K3[Fe(CN)6]

Blutlaugensalz rot, Ferricyankalium, Kaliumcyanoferrat(III), Kaliumeisen(III)-cyanid
M: 329.25 g/mol

CAS-Nr.: 13746-66-2
EG-Nr.: 237-323-3

WGK: 2

 

-

3.13 g Ammoniumeisen(III)-citrat grün,
C6H8O7 · x Fe3+ y NH3

Citronensäure Ammoniumeisen(III)-salz, Eisen(III)-ammoniumcitrat, Ferriammoniumcitrat

CAS-Nr.: 1185-57-5
EG-Nr.: 214-686-6

WGK: 3

GHS07 – Ausrufezeichen

Achtung

H315: Verursacht Hautreizungen.

H319: Verursacht schwere Augenreizung.

H335: Kann die Atemwege reizen.

P261: Einatmen von Staub/Rauch/Gas/Nebel/Dampf/Aerosol vermeiden.

P305+P351+P338: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen.

1 mL Wasserstoffperoxid 30 %, H2O2

Perhydrol, Wasserstoffsuperoxid
M: 34.01 g/mol

CAS-Nr.: 7722-84-1
EG-Nr.: 231-765-0
UN-Nr.: 2014

WGK: 1

GHS05 – Ätzwirkung

GHS07 – Ausrufezeichen

Gefahr

H302: Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.

H318: Verursacht schwere Augenschäden.

P280: Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen.

P301+P312+P330: BEI VERSCHLUCKEN: Bei Unwohlsein GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen. Mund ausspülen.

P305+P351+P338+P310: BEI KONTAKT MIT DEN AUGEN: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser ausspülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter ausspülen. Sofort GIFTINFORMATIONSZENTRUM/Arzt anrufen.

 

Verwendete Geräte, Versuchsaufbau

2 × 100-ml-Becherglas, 2 × Glasstab, Filterpapier (d = 6–8 cm), 2 × Glasschale flach oder Porzellanschale flach, Pipette, abgedunkelter Raum, Schablone (z. B. durchsichtiges Lineal aus Kunststoff mit schwarzer Skala), Föhn, Sonnenlicht oder UV-Lampe

 

Versuchsdurchführung

Wasserstoffperoxid 0.3 %: In einer Schale werden 99 mL dest. Wasser vorgelegt und 1 mL Wasserstoffperoxid 30 % zugegeben.

In einem 100-ml-Becherglas werden 10 mL dest. Wasser vorgelegt und darin 2 g Kaliumhexacyanoferrat(III) gelöst. 3.13 g Ammoniumeisen(III)-citrat werden ebenfalls in einem 100-ml-Becherglas in 10 mL dest. Wasser aufgelöst. Die beiden Lösungen werden nun in einem abgedunkelten Raum in einer Schale vereinigt und darin Filterpapier für 1–2 Minuten eingelegt. Das Filterpapier wird entnommen und in einem dunklen Raum an der Luft oder mit einem Föhn getrocknet. Das fertige Fotopapier wird nun mit einer Schablone belegt und für 20–30 Minuten mit Sonnenlicht oder einer UV-Lampe belichtet. Nach beendeter Belichtung wird das Fotopapier vorsichtig mit fließendem Wasser gewaschen, bis das ablaufende Wasser keine Blaufärbung mehr aufweist. Das gewaschene Fotopapier wird nun in das vorbereitete Wasserstoffperoxid 0.3 % gegeben und verbleibt dort für 20 Sekunden. Nun wird nochmals mit fließendem Wasser ca. eine Minute gewaschen und die fertige Cyanotypie kann an der Luft getrocknet werden.

 

Auf der Internetseite https://www.steyer-cyanotypie.de/cyanotypien/cyanotypie-galerie-i/ können Sie sich Bilder ansehen, die mit dieser Methode erzeugt wurden.

 

Reaktionsgleichung

Bei Bestrahlung mit Licht:

Reaktionsgleichung Cyanotypie - Bestrahlung mit Licht

 

Kaliumhexacyanoferrat(III) reagiert mit Eisen(II)-ionen zu Berliner Blau:

Reaktionsgleichung Cyanotypie - Kaliumhexacyanoferrat(III) reagiert mit Eisen(II)-ionen zu Berliner Blau

 

Durch Lichteinwirkung reagiert das Citrat-Anion mit vorhanden Eisen(III)-ionen zu einem Anion der β-Keto-Glutarsäure, Eisen(II)-ionen und Kohlendioxid. Die Eisen(II)-ionen bilden mit Kaliumhexacyanoferrat(III) Berliner Blau. Das Berliner Blau wird nur an belichteten gebildet. Unbelichtete Bereiche bleiben farblos. Man erhält ein weiß-blaues Negativ. Dieses Verfahren wurde 1842 von Sir John Herschel (1792–1871) entdeckt. John Herschel war Naturwissenschaftler und Astronom. Sein Vater war der berühmte Astronom Sir Wilhelm Herschel.

 

Quellenangaben

[1]
F. Bukatsch, O. Krätz, G. Probeck und R. Schwankner. Blaupauspapier (nach Römpp). In: So interessant ist Chemie, 2. Auflage, Aulis-Verlag Deubner: Köln, 1997, 62.
[2]
H. W. Roesky und K. Möckel. Blaupause. In: Chemische Kabinettstücke, VCH Verlagsgesellschaft mbH: Weinheim, 1994, 187–188.

 

Download

Cyanotypie (Blaupauspapier)

 

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